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Ausstellung

»Die ganze Welt ist eine Bühne.« Dieser zum geflügelten Wort gewordene Satz William Shakespeares besitzt im Zeitalter des Barock besondere Gültigkeit: Die Idee, das irdische Leben sei purer Schein und eine göttliche Inszenierung, in der jeder Mensch die ihm zugewiesene Rolle zu spielen habe, ist Fundament der damaligen europäischen Weltsicht. In höfischen Festen und dem sich verbreitenden multimedialen Gesamtkunstwerk der Oper inszenieren und spiegeln die damaligen Herrscher als von Gott eingesetzte Vertreter diese Welt zu dessen Lob und zum eigenen Machterhalt.

Unter völlig anderen Vorzeichen verwirklicht sich im bürgerlichen Zeitalter des 19. Jahrhunderts die Idee des »Theatrum Mundi« wohl nirgends nachdrücklicher als in Richard Wagners Gesamtkunstwerk der Bayreuther Festspiele.

Mit den multimedialen Mitteln unserer Zeit — analog zur barocken Oper und zu Wagners Gesamtkunstwerk — nähert sich die Ausstellung den Fragen nach Inszenierung und Inhalt, Schein und Sein, Rolle und Selbstbestimmtheit.